Donnerstag, 20. April 2017

Stadler 4All Pro Jacke + Hose

Hallo zusammen, heute möchte ich kurz meinen neuen Anzug vorstellen. Ein Blogbeitrag zur schier unendlichen Suche nach dem perfekten Begleiter habe ich ja schon vor ein paar Wochen geschrieben. Das könnt ihr hier nachlesen - Gore-Tex Pro, 3-Lagen Laminat Anzüge.


Meine Wahl fiel nun letztlich auf den Stadler 4All Pro, der 2017 ganz neu auf den Markt kam und auch erst seit Mitte März verfügbar ist. Den Touratech Boreal hatte ich nach Anprobe bereits ausgeschlossen aufgrund der für mich unpraktischen Innenjacke, den Klim aufgrund seines sehr breiten Schnitts, Dane aufgrund eines fehlenden Händlers in der Nähe und Rukka aufgrund des Preises.

Zu allererst schielte ich auf den Stadler Supervent 2 Pro, den ich wahrscheinlich auch genommen hätte wenn mich mein Händler nicht noch auf den erscheinenden 4All hingewiesen hätte. Nach Anprobe beider Anzüge würde ich sagen, der Supervent 2 Pro ist eher für die reine Touringdisziplin, er ist kurz geschnitten, sitzt eng und man hat sofort ein sehr sicheren Gefühl. Der 4All Pro besitzt eine etwas größere Bewegungsfreiheit, was vielleicht für die Adventuredisziplin die bessere Wahl ist. Diese Bewegungsfreiheit wird nicht durch einen weiteren Schnitt erreicht sondern durch Stretch Laminat, der Anzug sitzt also fast so eng wie der Supervent.

Die Belüftung des Supervent 2 Pro wird mit Sicherheit etwas besser funktionieren, ein Vorteil zum 4All Pro ist der Jackenverschluss der zusätzlich als Belüftung genutzt werden kann ohne das man die Jacke komplett öffnen müsste. Dies funktioniert beim 4All so nicht, er besitzt nur 2 große mit YKK Verschlüssen versehene Öffnungen in Höhe der Brust links und rechts. Beide Anzüge nutzen Innen allerdings ein Netzfutter mit dem sogenannten APS (Air Pipe System) welches die Luft besser den Körper umströmen lassen soll. Bisher habe ich den Anzug bei Temperaturen von 2 bis 27° ohne Futter aber jeweils mit Funktionswäsche ausprobiert und empfand es weder als zu kalt bzw. zu warm. Wie das im Sommer bei 40° in der Sonne ausschaut kann ich noch nicht sagen, werden ich aber nachreichen!

Kommen wir zu den Details...

Jacke


Die 4All Pro besitzt an der Front, links und rechts je eine wasserdichte Tasche die groß genug ist für Geldbeutel, Handy, Schlüssel und ähnlichen Kram, warum ich sie bisher aber noch nicht wirklich benutzt habe lest ihr weiter unten. Die Taschen haben fast alle Motorradjacken in ähnlicher Form und auch bei der Stadler kann der Inhalt etwas auftragen was je nach Sitzposition auch störend sein kann.


Mit einem Taillengürtel kann man die Jacke auf seine Bedürfnisse anpassen, hat man es gerne lockerer oder lieber gerne enger, das geht hier in begrenztem Maße. All zu eng sollte es allerdings auch nicht gezurrt werden, das schaut nämlich seltsam aus. ;)

Wo wir bei der Weitenregulierung sind, auch am Arm gibt es zwei Möglichkeiten die Weite den eigenen Bedürfnissen anzupassen, dies funktioniert mit Druckknöpfen in 3 verschiedenen Stellungen. Ich komme ohne Futter mit der mittleren Stellung sehr gut zurecht.


Was man nicht unbedingt bei jeder Motorradjacke findet ist die Lösung an den Händen. Diese Öffnung kann man mit dem Klett auf seine gewünschte Weite regulieren, muss aber dank zusätzlich vorhandenem Reißverschluss diese Weite nicht jedesmal neu justieren. Braucht man sicherlich nicht, ist aber ein nettes Feature!


Der wasserdichte YKK Reißverschluss an der Front ist noch einmal mit einer Blende aus 3-Lagen Laminat versehen die mit Druckknöpfen geschlossen wird. Dahinter, noch vor dem öffnen des Reißverschluss befindet sich eine weitere wasserdichte Tasche. Auch hier passen von der Größe Dinge wie Handy oder Geldbeutel problemlos.


Öffnet man die Jacke komplett befindet sich innen eine weitere verschließbare Tasche in ähnlicher Größe.

Die Jacke ist ab Werk an Schulter, Rücken und Ellbogen mit Protektoren ausgestattet die über den Anforderungen von Level 2 liegen, hier muss also nichts nachgerüstet werden. Die Ellbogen Protektoren kann man in 2 Stufen seinem Arm anpassen, die anderen 3 sitzen nahezu perfekt. Im oberen Brust-/Schulterbereich sowie unter den Armen befindet sich Stretch Laminat, was die Beweglichkeit gegenüber zum Supervent 2 Pro doch spürbar erhöht. Wer also öfter auch mal im Stehen, abseits der Straße, fährt wird sich hier gut aufgehoben fühlen. Am inneren, unteren Bund, dort wo auch das Winterfutter eingeknöpft wird, hat man die Möglichkeit die Jacke auch noch einmal in der Weite zu regulieren. Habe ich bisher aber nicht gemacht. An den Ärmeln und im übrigen Jackenbereich wird das Futter mit einem Reißverschluss befestigt.


Wie fast alle Jacken bei Stadler hat auch die 4All Pro eine wasserdichte Multifunktionstasche die hinten links an die Jacke geclipst und geklettet werden kann. Für längere Reisen vielleicht brauchbar, ich habe sie bisher noch nicht benötigt und somit auch abgenommen. Den Kragen der Jacke würde ich mittelhoch bezeichnen, meine Jacke zuvor hatte einen tieferen Kragen. Er ist aber nicht so hoch, dass man mit dem Helm anstoßen würde. Ich denke es ist eine gute Höhe um auch bei starkem Regen das Eindringen von Wasser ohne Halskrause zu minimieren. Auf der Rückseite befinden sich je links und rechts noch die 2 Auslässe der Lüftung die ebenfalls mit YKK versehen sind und damit absolut wasserdicht sind!

Hose

Kommen wir zuerst zum Grund wieso ich die Außentaschen der Jacke nicht benutze, Schuld daran sind nämlich sie seitlichen Cargotaschen der 4All Pro Hose in die jeweils das Handy bzw. der Geldbeutel perfekt hineinpassen und beim Fahren in keinster Weise stören. Ich lieb sie einfach!
Die Taschen sind nicht als wasserdicht ausgeschrieben, zwei Regenschauer überstand das Handy aber ohne feucht zu werden (Wäre zudem eh wasserdicht). Bei längerem Regen würde ich die Sachen dann aber wohl doch zur Sicherheit in die Jacke packen. Neben den Taschen befinden sich die YKK Reißverschlüsse für den Einlass der Belüftung.


Auch die Hose hat im Kniebereich die Möglichkeit der Weitenregulierung. Im Vergleich zur Jacke fahre ich hier allerdings mit und ohne Futter in der weiteren der 2 möglichen Stellungen. Die Sturzstellen sind wie an der Jacke mit SuperFabric Material verarbeitet. Die Hose ist ebenfalls ab Werk mit Level 2 Protektoren ausgestattet, diese befinden sich am Knie und sind höhenverstellbar, aber auch links und rechts der Hüfte. Es gibt noch die Möglichkeit einen Protektor für das Steißbein nachzurüsten, in Verbindung mit dem großen Rückenprotektor der 4All Pro Jacke wäre dies aber glaube ich eher hinderlich da überlappend. Müsste man ggf. mal ausprobieren.


Die Hose hat Stretch Laminat im Schritt- und Gesäßbereich, sowie an den Knien und Kniekehlen. Sie trägt sich sehr bequem und kann mit einem langen Reißverschluss direkt mit der Jacke verbunden werden.


Durch die sehr weite Öffnung an den Füßen sind auch Enduro- oder Adventure Stiefel wie meine von Alpinestars kein Problem, die Hose kann sogar in den Stiefeln getragen werden, dann muss die Weite der Stiefel aber schon deutlich angepasst werden. Ein Reißverschluss zieht die Öffnung zusammen und mit Klett kann ggf. noch einmal enger nachreguliert werden, damit sollten auch dünnere Touringstiegel kein Problem sein.





Ich habe den Anzug nun seit ca. 6 Wochen, knapp 1300 Kilometer habe ich ihn gefahren, davon 100 km im Regen und ca. 20 km auf Schotter und Sand abseits der Straßen. Den Schauer (mäßiger Regen) hat er problemlos überstanden, stehend im Offroad empfand ich in trotz etwas steiferem 3-Lagen Laminat gegenüber z.B. einem Z-Liner ohne Membran trotzdem als sehr beweglich, ansonsten macht er genau das was er soll, er sitzt perfekt und fällt auch nach 300 km am Tag nicht irgendwie negativ auf. Im Dauertest muss er sich natürlich erst noch beweisen, denn schließlich gibt Stadler 10 Jahre Garantie auf den Anzug, mal sehen ob ich ihn überhaupt so lange fahren werde, aber gut zu wissen das es möglich sein könnte.

Ganz herzlich möchte ich mich auch noch einmal bei meinem Händler bedanken der sehr zuvorkommend war und mich sehr gut beraten hat. Dies war mit ein ausschlaggebender Grund weshalb meine Wahl auf Stadler fiel.

Mittwoch, 12. April 2017

Ducati Scrambler Desert Sled

Die Suche nach dem feuerroten Spielmobil... oder wie ich seit Jahren auf der Suche bin nach einem Zweitmotorrad. Ich mag meine GS wirklich sehr gerne, für meine Ansprüche das beste Motorrad das ich finden konnte nur manchmal würde man gerne mal etwas anderes fahren. Vielleicht auch weil die BMW zu perfekt ist, sie hat keine großen Macken, vielleicht etwas zu laut für meinen Geschmack, aber ansonsten macht sie all das was man mit ihr vorhat sehr zufriedenstellend. So richtig Spaß auf ein weiteres Motorrad bekam ich wieder im Dezember auf Teneriffa nachdem ich 4 Tage mit der Royal Enfield Continental GT gefahren bin. Damit gehen dann halt keine 400 km so ohne weiteres und die Hände vibrieren noch 2h Abends nach, aber das ist manchmal auch ganz schön.

Als Ende 2016 Ducati die neue Desert Sled der Scrambler Reihe präsentierte schlug mein Herz sofort höher, I LIKE!
Schon die Urban Enduro fand ich zum verlieben, aber eigentlich auch alle anderen Modelle. Die Desert Sled und der Cafe Racer werten die ganze Palette aber noch einmal deutlich auf und die wollte ich unbedingt und sofort Probe fahren. Es dauerte bis jetzt, denn all zu lange stehen sie noch gar nicht beim Händler.




Optisch ist sie für mich (bis auf den Kennzeichenhalter) ein echtes Highlight! Gleiches gilt im Übrigen auch für den Café Racer und die anderen Modelle der Scrambler Reihe. Ducati kenne ich vom Fahren bisher nur von der alten Monster, bei der mich das rasseln nervte. Aber das ist lange her, der 800er der Scrambler fährt sich überraschend "neutral", nichts Negatives, aber auch nichts was besonders zum hervorheben wäre. Er blubbert unaufdringlich vor sich hin, könnte wenn man von einer 125 PS GS kommt etwas mehr Punch im unteren Drehzahlbereich haben aber für die 75 PS fährt sich das sehr angenehm alltagstauglich! Die Emotionen werden definitiv über die Optik geweckt. Die Sitzposition war trotz mehr Federweg bei der Desert Sled absolut okay mit meinen 1,78cm und auch die Füße kommen ganz gut auf den Boden.



 


So ein paar Spielereien meiner GS haben mir aber tatsächlich gefehlt. Ohne Griffheizung waren meine Sommerhandschuhe etwas kalt, der Tacho lässt sich eher bescheiden ablesen und krass wie sehr ich Tempomat, Ganganzeige und hohes Windschield als selbstverständlich angenommen habe. Die Scrambler ist jetzt nicht wirklich ein puristisches Bike, aber als GS Fahrer fühlt es sich doch ein wenig so an. Sie hat keine Traktionskontrolle (Was sie bei ihrem Motor auch nicht wirklich benötigt), sie hat keine E-Gas, keine hydraulische Kupplung, ein Boardcomputer der neben Tageskilometer, Reichweite noch die Temp anzeigt aber kein Verbrauch. Sie hat keine LED Blinker oder LED TFL, kein semiaktives Fahrwerk aber im Vergleich zur Konkurrenz ist das durchweg Standard.




Positiv überrascht haben mich die aufgezogenen Pirelli Scorpion Rallye STR, die werde ich wohl auch meiner BMW als nächstes gönnen. Als Wachablösung könnte ich mir die Desert Sled nicht wirklich vorstellen, wenn dann wäre sie eine Erweiterung des Fuhrparks, dafür sind mir die ~11.500 aber dann doch zu viel. Schade eigentlich, Spaß hat es nämlich gemacht!

Sonntag, 5. März 2017

Gore-Tex Pro, 3-Lagen Laminat Anzüge

Hallo Freunde der zweirädrigen Touren Unterhaltung, in regelmäßigen Abständen macht man sich Gedanken über neue Motorradbekleidung, sei es aus dem Grund, dass sie abgenutzt ist, nicht mehr das hält was sie mal versprach oder auch einfach optisch nicht mehr das eigene Auge befriedigt.

Ich fuhr die letzten 9 Jahre einen Vanucci HiRider und 
Vanucci HiRider II, beide Anzüge waren die ersten beiden Jahre überwiegend wasserdicht, doch mit der Zeit lies das leider immer mehr nach, beide Anzüge benutzen ein Sympatex Laminat welches möglicherweise nicht dauerhaft belastbar ist, zumindest war das bei meinen beiden Anzügen der Fall. Das resultierte darin, dass man nach dem ersten Jahr dann doch an grauen Tagen lieber den Regenkombi im Gepäck hatte, was leider auch heißt dass man die Hecktasche oder die Koffer mitnehmen muss und im Urlaub nimmt sie auch Platz weg den man besser verwenden könnte. Als weiteres kommt bei mir hinzu, dass ich nie rechtzeitig anhalte um den Regenkombi überzuziehen, weil ich ihn einfach unangenehm finde und somit meist erst wenn der Anzug schon nass ist. Dies wiederum bedeutet auch, dass die Klimamembran der Jacke im Regenkombi sowieso schon nicht richtig funktioniert nun auch noch die Jacke nicht wirklich abtrocknen kann. Selbst ein weiterer Regenkombi mit eigener Membran verbesserte die Lage bei mir nur wenig.

Wie man lesen kann, bin ich bei regnerischem Wetter gerne mal genervt und dies sorgte auch dafür, dass ich in den letzten beiden Jahren bei diesem Nass nur selten unterwegs war, obwohl ich eigentlich sehr gerne mit dem Motorrad rumcruise wenn es feucht ist, vor allem im Sommer.


Mein Hirider II ist seit letztem Jahr in seinen letzten Atemzügen, Teile lösen sich, dicht ist er wie erwähnt schon lange nicht mehr und die Reißverschlüsse müssten auch mal erneuert werden.

So stellte ich mir seit Mitte letztem Jahr die Frage, welcher Anzug denn nun mein neuer sein soll. Die Vorgabe dafür ist:
1. möglichst wenig Gefummel

2. dauerhaft dicht
3. gute Passform und perfekter Sitz der Protektoren (Level 2)


Vorgeplänkel

Im Prinzip sind die gängigsten Modelle entweder Z-Liner oder 3-Lagen Laminat Anzüge, zumindest wenn es um Gore-Tex geht, bei Sympatex, eVent, Texapore, Epic, Drytech, usw. gibt es auch noch leichte Abwandlungen davon.

Bei Z-Liner zippt man den wasserdichten Liner bei Regen in die Jacke, ansonsten braucht man die Klimamembran eigentlich nicht, ggf. noch an kalten Tagen um etwas zu isolieren. Die Vorteile liegen auf der Hand, in der Regel sind solche Anzüge deutlich günstiger und im Sommer super luftig da die Brise fast ungehindert zum Körper strömen kann und dadurch für ein angenehmes Klima selbst bei hohen Temperaturen sorgt. Der Nachteil, bei Regen saugt sich der Anzug mit Wasser voll da die Membran zwischen Jacke und Körper liegt, dadurch wird er schwer und auch das trocknen dauert mitunter länger als bis zum nächsten Morgen, auf längerer Tour kann das stören. Zudem muss man den Liner natürlich auch rechtzeitig einhängen, sonst wird man nass.

3-Lagen Laminat Anzüge bleiben im Prinzip immer wie sie sind, fängt es an zu regnen muss einen das nicht groß interessieren, man fährt damit einfach weiter. Wie ist das möglich? Beim Gore-Tex Pro Laminat wird die Membran mit dem Außenmaterial und einem Innenfutter verschweißt, dadurch entsteht ein sehr robustes und eben dauerhaft wasserdichtes aber atmungsaktives Material.
Die Vorteile: Der Anzug saugt sich nicht mit Wasser voll und dem Träger kann egal sein welches Wetter herscht. Nachteil: Im Sommer oder in dauerhaft warmen Regionen können diese Anzüge zu warm werden. Sie sind zudem meist teurer und etwas steifer.

Für Irland, Schottland, Norwegen und ähnliche Länder wäre eher der Laminat Anzug die bessere Wahl, für Italien, Spanien, Marokko eher der Z-Liner... wir leben dummerweise dazwischen und haben jährlich Temperaturen im Schnitt zwischen -10 und +40°, von trocken kalt bis feucht schwül, deshalb muss man einen Tod sterben oder setzt auf Anzüge wie den Touratech World 2 oder den Stadler Tour Evo, diese kombinieren einen luftigen Sommeranzug mit einem Laminataussenanzug, man muss allerdings den Überzug dabei haben und rechtzeitig überziehen, sonst steht man wieder vor dem Problem dass man nass wird oder auskühlt.



Die Entscheidung

Ich persönlich, und da will ich keinem etwas aufschwatzen bzw. gut oder schlecht reden, habe mich für einen Laminatanzug entschieden weil ich es gerne unkompliziert mag und ich keinen (Laminat-)Regenanzug überziehen oder einen Liner einhängen will, ich will einfach fahren. Und vor allem im Urlaub ist für mich das Trocknen des Anzugs ein Punkt, das dauert wie erwähnt bei Z-Liner deutlich länger und wenn man wie ich öfter mit dem Zelt unterwegs ist kennt man vielleicht das Problem, dass am nächsten Morgen der Anzug immer noch klamm ist und so richtig wohlig fühlt man sich damit nicht, zumindest ich.
Das muss aber jeder für sich entscheiden, wo seine Vorlieben und Ansprüche liegen.


Der Markt

Laminat Anzüge gibt es z.B. von Stadler, Touratech, Klim, Rukka, Dane, und weiteren Herstellern...
Die Anzüge von Touratech sind von Stadler produziert, eine kleine Manufaktur in der Nähe von Passau die ihre Anzüge in Deutschland designen und in Osteuropa fertigen lassen.
Klim ist ein US Konzern im Staat Idaho und gehört seit 2012 zum Polaris Konzern. Der europäische Markt steckt noch in den Kinderschuhen, das Händlernetz und auch die Abwicklung die zentral über die Niederlande läuft scheint noch etwas holprig zu sein. Die Anzüge werden überwiegend in China produziert.
Rukka ist ein Hersteller von Motorradbekleidung aus Finnland mit sehr gutem Ruf, den sie sich über Jahrzehnte aufgebaut haben, der aber seit ein paar Jahren zu pröckeln scheint. Was wohl auch daran liegt, dass man die Produktion von Finnland bzw. Europa nach Fernost verlegt hat, die Preise aber konstant auf sehr hohem Niveau beibehalten wurden.
Über Dane habe ich bei meiner Recherche gar nicht so viele Informationen gefunden. Es scheint sie aber schon länger zu geben, die Firma ist in Kopenhagen ansässig und ist spezialisiert auf reisende Tourenfahrer. Wo sie ihre Bekleidung produzieren lassen war für mich auch nicht im Detail herauszufinden, letztlich kam Dane dann aber auch nicht in Betracht, da der nächste Händler von mir rund 180 km entfernt ist.

Dabei hat Dane mit dem Sealand und dem Torben zwei sehr interessante Anzüge im Programm, die auch preislich etwas unter der Konkurrenz liegen. Leider kann ich aber nicht mehr darüber sagen, da ich sie mir nicht vor Ort angeschaut habe. Wer die Möglichkeit hat und auf einen 3-Lagen Laminat Anzug schielt sollte dies aber tun!

Bei Rukka gibt es etwas mehr Auswahl, etwa den Energator, den Armaxis, den Realer und den extra für Frauen geschnittenen Orbita. Alles in allem liegen die Rukka Modelle für mein Empfinden im Preis aber etwas hoch wenn man sie mit den Konkurrenzprodukten vergleicht. Auch ist es scheinbar für die Händler nicht so einfach, die Kurz- und Langgrößen kurzfristig zur Anprobe zu ordern.

Klim bietet mit dem Adventure Rallye und dem Badlands zwei wirklich tolle Anzüge die sehr durchdacht sind nur dummerweise ist der Schnitt dieser Anzüge viel zu weit. Zumindest für mich. Überall flattert es, die Protektoren sitzen nicht immer an den nötigen Stellen und ich persönlich fühle mich nicht wirklich wohl darin. Der sehr stolze Preis des Adventure und die Tatsache, dass mir niemand bei Klim (Händler und Klim direkt) sagen konnte wie das mit der Garantie und der Abwicklung ausschaut trugen dazu bei letztendlich immer wieder bei Stadler zu landen.

Rukka bietet übrigens insgesamt 5 Jahre Garantie auf seine Gore-Tex Pro Anzüge, Dane wohl auch aber hier konnte ich auch nichts offizielles dazu finden. Bei Klim bekam ich als Antworten "2 Jahre", "5 Jahre" und "man entscheidet individuell".
Stadler und somit auch Touratech bietet ganze 10 Jahre Garantie! Außerdem tauscht man bei einem Sturz beschädigte Stellen aus und kann so seinen Anzug weiter benutzen.

Touratech bietet den Boreal und optisch wäre das mein Traumanzug, ein No-Go ist allerdings die auf den ersten Blick sehr praktische Polarfleece Jacke die auch in der Freizeit getragen werden kann. Trägt man die Jacke allerdings drunter kann man den Verbindungsreißverschluss nur nutzen wenn man das Polarfleece mit in die Hose stopft oder aber auf Bauchhöhe etwas zusammenrollt, in meinen Augen ein Konstruktionsfehler... dann lieber auf die Jacke verzichten und sich etwas anderes ausdenken.


Im Stadler Programm befinden sich der Track Pro, der ein 3-Lagen Laminat mit Leder als Aussenmaterial verbindet und wohl eher für sportliche Fahrer gedacht ist, der Anzug sitzt zumindest eher wie eine Lederkombi als ein Textilanzug.
Für Tourenfahrer kommt eher der Supervent 2 Pro in Betracht. Dieser sitzt auch eher sportlich und hat ein äußerst ausgeklügeltes Kühlsystem. Damit sollte man auch im heißen Süden nicht den Hitzetod sterben. Mein Favorit ist allerdings der 4All, ein für 2017 komplett neuer Anzug mit flexiblen Einsätzen im Schulterbereich der auch ein Fahren im Stehen etwas angenehmer als der Supervent machen sollte. Der Anzug erscheint Ende März und wenn die Jacke so gut passt wie der Supervent, dann wird sie direkt gekauft, ansonsten nehme ich letzteren.
Ich muss allerdings auch erwähnen, das meine Wahl nicht nur auf Stadler fällt wegen dem Anzug an sich, sondern auch wegen dem Händler der mir an 2 Samstagen insgesamt knapp 3-4h zur Seite stand und mich hervorragend beraten hat.
Bei Stadler sind Kurz- und Langgrößen, sowie auch Damengrößen für alle Anzüge verfügbar und auch binnen 3-4 Tagen beim jeweiligen Händler ohne das dieser groß Kosten hat. Auch ein sehr netter Service den ich erwähnenswert finde, bei Rukka hörte ich nämlich das es 2 Wochen dauere und ich den Anzug dann eigentlich schon nehmen müsse.


Auch ein interessanter Hinweis den ich von 2 unterschiedlichen Händlern erzählt bekam ist die scheinbar mangelhafte Qualität bei Held Produkten in letzter Zeit. Die Rücklaufquote ist sogar so hoch, dass einer der beiden für 2017 Held aus dem Programm genommen hat. Problem ist wohl die Membran die auch über die Jacke gezogen werden kann, was für mich anfänglich nach einem guten Kompromiss klang ist wohl für die Praxis nicht wirklich gedacht. Die Membran verschleißt dadurch besondern schnell und wird undicht. Immerhin scheint man bei Reklamationen auf Seiten Held sehr kulant zu sein, die Rennerei bleibt aber natürlich. Kann nicht sagen ob dies repräsentativ ist, aber mich verwunderte schon, dass mir das 2 Händler unabhängig voneinander erzählt haben.

Bei der Recherche habe ich auch zusammengerechnet was ich für vermeintlich billigere Klamotten in den letzten 10 Jahren ausgegeben habe und kam auf einen Wert den die Neuanschaffung deutlich übersteigt. Ich hoffe einfach mal, dass ich mit dem neuen Anzug tatsächlich 10 Jahre meine Ruhe habe, laut Berichten im Internet aber auch eines Bekannten halten die Anzüge aber auch durchaus noch länger.

Welche Motorradbekleidung bzw. Konzepte tragt ihr denn auf großer Fahrt oder allgemein, stört euch etwas oder seid ihr rundum zufrieden damit?
Ich hoffe ich kann dem ein oder anderen etwas weiterhelfen der vielleicht vor einer ähnlichen Wahl steht und konnte vermitteln warum ich mich wie entschieden habe.

Ich wünsche euch eine schöne Saison 2017!


[EDIT]
Über Facebook habe ich noch die Anzüge Rev'it Poseidon GTX und Dominator GTX genannt bekommen, der erste scheint aber nicht mehr im aktuellen 2017er Sortiment zu sein, andererseits auch immer eine Chance ein Schnäppchen zu schlagen. Zu den beiden Anzügen selbst kann ich leider nicht viel beitragen, optisch macht der Dominator GTX für mich aber ein ganz schicken Eindruck.
Rev'it ist ein niederländischer Hersteller von Motorradbekleidung und fertig unter anderem auch Bekleidung für Ducati und Yamaha.

Samstag, 10. Dezember 2016

Teneriffa - The Teide is high

Die Überlegungen wie ich meine restlichen Urlaubstage des Jahres verbringe begannen im August. Nach meinen ganzen Touren dieses Jahr standen immerhin noch 7 Tage auf meinem Urlaubskonto und ich schwankte zwischen 4 Tage Edinburgh Ende August zur Festivalsaison, oder aber für eine Woche im Dezember auf eine warme Insel zum Motorrad fahren. Für Edinburgh waren meine Planungen leider schon viel zu spät dran, fast die gesamte Stadt war bereits ausgebucht und ein Hotel für 200 €/Nacht wollte ich mir nicht gönnen.

Es lief also alles auf eine Art Winterflucht hinaus, eigentlich war zuerst der Zeitraum um Weihnachten und Neujahr geplant. Aber wie ich feststellen musste wären da die Preise für Flug und Hotel ca. 20-25% teurer gewesen, von dem größeren Trubel zu der Zeit mal abgesehen.
Als Ziel kristallisierten sich ganz schnell die Kanaren (~20°) raus, die Frage war letztlich nur Teneriffa oder Gran Canaria. Nach Recherche im Netz fand ich dann mehr Argumente für Teneriffa. Die Suche nach Hotel und Flug ergab dann 8 Tage Anfang Dezember mit Unterkunft in Puerto de la Cruz, was ich bereits im September buchte.

Meine konkreten Planungen für den Urlaub begannen im November, auch die Wahl des Motorrades. Eine Kawasaki Versys 650 wäre aus rationalen Gründen wahrscheinlich die beste Wahl gewesen, aber ich wollte mal etwas anderes. Mas que Motos Tenerife in Puerto de la Cruz hat neben besagter Kawasaki auch die Yamaha Tracer 700 und BMW F 700 GS im Programm, aber eben auch diverse Royal Enfield Modelle. Meine Augen wurden größer, denn eine Continental GT wollte ich schon immer mal fahren, aber Händler gibt es hier bei uns scheinbar nur wenige. Also habe ich die Gunst der Stunde genutzt und mich entschieden die RE zu mieten, eigentlich hätte ich 2 Tage mit ihr geplant und 2-3 Tage mit der Versys, aber das wäre unnötig teurer geworden, so buchte ich also 4 Tage mit der Continental... 190 kg, 535ccm, 1 Zylinder, 30 PS, 44 Nm. Entschleunigung war angesagt!
Für die restlichen 3 Tage musste ich mir noch ein Programm überlegen, aber das war schnell gefunden! Rund um das Teide Observatory ist ein ausgewiesenes Lichtschutzgebiet, der Mond stand zum Anfang des Monats auch günstig also war klar die Spiegelreflexkamera muss mit! Leider gab es keine Führungen im Observatorium selbst, musste ich mich also mit dem Knipsen begnügen. Wenn schon die DSLR für Sternenfotos im Gepäck ist dann würde ich mich auch meiner 2. Fotoleidenschaft widmen, der Nachtfotografie. Da ich eh schon die passenden Objektive dabei hatte entschied ich mich auch den Loro Parque zu besuchen, ein Tierpark mit dem unter anderem weltgrößten Pinguinarium... für mich als Pinguin-Fan sowieso ein muss!
Am letzten Tag wollte ich dann einfach nur am Strand relaxen, wo würde ich mich dann vor Ort entscheiden.

Endlich war der Tag gekommen, es ging los und die Temperaturen um die 5° in Deutschland ließen meine Vorfreude noch größer werden. Da mir Ryanair keine konkrete Aussage zum Thema Motorradhelm als Handgepäck geben konnte entschied ich mich für einen Seesack als 15 kg Gepäckstück in dem ich den Helm sicher geschützt deponieren konnte. Das funktionierte auch problemlos und Handgepäck alleine hätte mir wahrscheinlich eh nicht gereicht. Die Motorradstiefel zog ich während des Fluges an, die restlichen Klamotten befanden sich allerdings auch im Seesack. Räumlich wäre noch Platz gewesen, aber mit 14,8 kg war das Gewicht fast ausgereizt.

Ich flog wie erwähnt mit Ryanair, von Frankfurt-Hahn (HHN) nach Teneriffa Süd (TFS) dauerte der Flug knapp 4 Stunden und 20 Minuten die ich mir mit Podcast hören vertrieb. Ich hatte mir im Vorfeld je einen Platz mit viel Beinfreiheit reserviert was eine sehr gute Idee war (wenn ich da an den Flug nach Edinburgh denke).
Bei der Personenkontrolle wurde ich, natürlich verdachtsunabhängig, zur Seite genommen. Drogen und Sprengstoff Test wurden gemacht, negativ selbstverständlich.

 

 


In Teneriffa angekommen merkte ich schnell, dass lange Hosen, Pullover, Jacke und Motorradstiefel für das Wetter etwas zu warm sind aber auf der Toilette umziehen war dann doch keine Option für mich... naiv wie ich bin dachte ich mir, dass ich gleich im Mietwagen sitze und da sowieso die Klimaanlage anmachen könnte bis zum Hotel. Mit Seesack und Handgepäck spazierte ich zum Europcar Stand und sah mehrere Angestellte die wild und unkoordiniert versuchten die Kunden abzufertigen. Systemausfall der Computer wie ich kurz drauf vernahm. Als ich an der Reihe war wurde mir gesagt, dass aktuell kein Auto der Golf Klasse verfügbar sei (ca. 2 Monate vorher gebucht), sie mir aber einen Fiat 500C anbieten könnten, wäre natürlich günstiger und Automatik. Ich bin zuvor noch nie Automatik gefahren und verneinte zuerst, die Mitarbeiterin machte dann aber ein wirklich gutes Angebot und meinte auch, aufgrund des Ausfalls sei es ihr momentan nicht möglich ein anderes Auto herauszugeben. Nun denn, wie schlimm kann es schon werden dachte ich und nahm Mangels Engagement mir bei einem anderen Vermieter was zu suchen den kleinen italienischen Flitzer, wobei Flitzer sollte es nicht so recht treffen.
Der Seesack passte ganz knapp in den kleinen Kofferaum des Cabrios und immerhin hatte das Infotainment System Android Auto, so konnte ich direkt Google Maps zur Navigation zum Hotel benutzen und meine Musik hören. Vom Flugplatz im Süden zum Hotel in Puerto de la Cruz waren es 60 Minuten über die U-förmige Autobahn, was schwimmend im Verkehr auch problemlos funktionierte. Dem Fiat fehlte es aber deutlich an Leistung und das Automatikgetriebe konnte sich bei den ganzen Gefällen und Steigungen nie so recht entscheiden welchen Gang es nun einlegen soll. Das nervte etwas, sollte aber noch schlimmer werden im Laufe des Urlaubs.
Ein Rechtsfahrgebot scheint es nicht zu geben oder es interessiert keinen, hat mich anfänglich etwas verwirrt, aber die Kanaren fahren vergleichbar mit den Amerikanern auf den Highways.

Endlich im Hotel angekommen klappte der Check-In binnen 5 Minuten, mittlerweile war es schon kurz nach 18 Uhr und es dämmerte. Nachdem ich den Schrank eingeräumt hatte genoss ich kurz die Aussicht aus dem Hotelzimmer und suchte mir dann per TripAdvisor ein Restaurant.




Ich schnappte mir die Kamera und fuhr in die Stadt, gefühlte 10 mal falsch abgebogen trotz Navi aber letztlich doch am Ziel angekommen, das hieß allerdings noch lange nicht auch einen Parkplatz zu haben. Die Situation in Puerto de la Cruz ist chaotisch, selbst Anfang Dezember wenn noch relativ wenig Tourismus in der Stadt ist. Irgendwann fand ich dann ein Plätzchen, immer drauf bedacht den Mietwagen nicht in eine missliche Situation zu bringen.
Am Plaza Benito Pérez Galdós fand ich das Restaurant und mittlerweile hatte ich auch echt Hunger. Es war gut gefüllt, aber erfreulicherweise war noch ein Platz für mich frei. Nach der Stärkung schlenderte ich durch die Gassen Puerto de la Cruz' und zückte meine Kamera. Das tägliche Schrittziel war längst erreicht und pendelte sich bis zum Hotel bei rund 16000 Schritten ein, genug für den ersten Tag!

 

 

 

 

 

 


Der zweite Tag startete mit dem Frühstück, typisch touristisch ausgerichtet was mir an "Hotel Urlauben" auch nicht so recht gefällt. Die Insel ist (mittlerweile) sehr geprägt von den deutschen und englischen Auswanderern/Urlaubern. Das Frühstück war zweigeteilt, links Wurst, Käse, Marmelade, Brötchen, gekochte Eier... rechts beaked beans, Rührei, Speck, Würstchen & Toastbrot, typisch spanisch eben ;)
Auch das Bummeln durch den Supermarkt, was ich auf Reisen sehr gerne mache, war eher enttäuschend, deutsche Maggi Produkte und britische "Spezialitäten" standen zum großen Teil in den Regalen. Also schnappte ich mir nur 2 Flasche Teide Quellwasser und machte mich endlich auf den Weg zum nahegelegenen Loro Parque.

Bevor jetzt kritische Stimmen zum Thema Tierpark kommen... Ja, ideal ist ein Tierpark für die Tiere nie! Aber der Loro Parque darf auch nicht mit Tierparks/Zoos verglichen werden die ihre Tiere "nur" zur Schau stellen. Der Park hilft unter anderem auch kranken Tieren und unterstützt mehrere Umwelt- & Tierschutzprojekte weltweit mit jährlich 1,2 Mio US$.


Der Eintritt kostet 34 €, das Parken direkt vor Ort nochmals 4 €... klingt vielleicht viel, aber ich empfand es durchaus angemessen. Wer noch einen Besuch des Wasserparks im Süden plant kann sich auch ein vergünstigtes Kombiticket kaufen, kam für mich aber nicht in Frage.
Der Park ist sehr schön angelegt, man streift durch die Palmenlandschaft von Attraktion zu Attraktion und neben den Wegen befinden sich die unzähligen Papageiengehege, mit denen mal alles anfing, daher auch der Name Loro (Papagei).
Es gibt mehrere Verpflegungsstände, vom kleinen Snack bis hin zum richtigen Restaurant, als nettes Nice to have bietet der Park nahezu an jeder Stelle kostenloses WLAN.




 

 

 

 

 


Meine erste Anlaufstelle war "Planet-Penguin", dort konnte man im ersten Gelände Humboldt-Pinguine bestaunen, im zweiten, riesigen Gelände dann unter anderem Königspinguine und weitere Pinguinarten. Das größere Gelände umfährt man auf einem Laufband was knapp 10 Minuten dauert und so einen Blick auf jede Stelle zulässt. Auf einer Zwischenebene befinden sich Sitzgelegenheiten auf denen man verweilen kann und auf denen Dokumentationen zu verschiedenen Tierarten zu sehen sind. Mich zog es zum Ende des Tages ein zweites Mal hin und meine Faszination gegenüber diesen Tieren wurde noch größer.

 

 

 

 


Die "Orca-Show" war mein 2. Hauptziel auf dem Rundgang durch den Park. Ihr steh ich am kritischsten gegenüber und so ein richtig wohles Gefühl hatte ich dabei auch nicht. Dennoch war es beeindruckend zu sehen was Tiere und Menschen zusammen auf die Beine/Flossen stellen. Ich hätte mir Orcas tatsächlich auch etwas größer vorgestellt, aber es sind nun mal keine Blauwale die 6-7mal größer sein können.



 


Das "Acuario" ist überwältigend! Was Fische angeht bin ich eher desinteressiert, aber was hier gebaut wurde und ausgestellt ist, ist wirklich sehr beeindruckend. Die Riffs, die Unterwasserwelten, der Unterwasser-Tunnel in dem man unteranderem von Haien und Mantas umschwommen wird, wirklich gigantisch und sehenswert!

 




Die Delphin und Seelöwenshows habe ich mir geschenkt, sie lief nämlich immer dann wenn ich gerade wo anders war.
Wer auf Teneriffa ist, selbst wenn es im Süden ist, und sich halbwegs für Tiere interessiert sollte einen Tag einplanen und den Park in der Nähe von Puerto de la Cruz besuchen. In gut 6-8 Stunden hat man auch alles gesehen, es lohnt sich definitiv! Für Familien mit Kindern erst recht!



Nach guten 6 Stunden verließ ich den Park, schließlich wollte ich ja Milchstraßenfotos machen und zum Anfang des Urlaubes war gerade Neumond, die Gegebenheiten also theoretisch äußerst günstig. Die Wolken über Puerto Cruz versprachen allerdings wenig Erfolg, meine Hoffnung dass auf über 2000m die Wolkendecke überwunden ist sollte allerdings auch enttäuscht werden. Bevor es hinauf zum Cañadas del Teide ging suchte ich mir ein Restaurant, bewusst etwas Abseits des touristischen Einzuggebietes und fand auch tatsächlich ein etwas alternativ angehauchtes Cafe oberhalb von Puerto de la Cruz. Mit Deutsch und Englisch kam man nicht weiter und die Gäste schienen hauptsächlich Einheimische zu sein, also mussten meine zuvor gelernten Phrasen und Google Translate ausreichen, das funktionierte prima. Zum Essen bestellte ich mir ein Americano Sandwich und Pommes Frites nach Art des Hauses... es war brutal! Brutal viel und brutal lecker!



Nach dem Essen rief der Berg, die Kamera-Akkus geladen, die Objektive geputzt ab in den Fiat Zwerg und knapp 2200 Höhenmeter bezwungen. Die Fahrt zum Observatorium dauerte ca. eine Stunde und schon ab den ersten Kurven mit Steigung nervte mich die Automatik erneut. Erstmal den "Eco" Modus deaktiviert, das sorgte für etwas mehr Spritzigkeit, dennoch war das Getriebe im Wechsel alle paar hundert Meter im 2. oder 3. Gang unterwegs, wenigstens hörte ich passend zum Nicken des Kopfes auch Rockmusik aber angenehm war es nicht. Ortsausgang Aguamansa hatte ich die Schnauze voll, Rechts ran und eine Pause gemacht. Gefühlt waren die 20 PS total überfordert und die Logik der Automatik (sofern überhaupt vorhanden) absolut nicht brauchbar für das Terrain auf Teneriffa. Das dies in einer normalen Stadt funktioniert glaube ich sofort, aber für die Insel komplett fehl am Platz und dämlich überhaupt solche Autos zu vermieten.
Während der Pause merkte ich dann, dass es auch einen manuellen Modus für das Getriebe gibt, zuvor waren mit schon die Schaltwippen am Lenkrad aufgefallen mit denen ich auch eingreifen konnte, aber ein paar hundert Meter weiter schaltete das Auto doch wieder wie es wollte. Im manuellen Betrieb hielt das Getriebe aber tatsächlich den selbst eingewählten Gang, damit waren die restlichen 20 km dann auch einigermaßen zu bewältigen. Ich konnte im 2. Gang bleiben und verlor auch keinen Schwung mehr.

Oben angekommen stellte sich dann wie gesagt heraus, dass auch hier die Wolken die Sicht zum Nachthimmel weitgehend versperren. Ganz umsonst wollte ich dennoch nicht die Fahrt auf mich genommen haben und suchte bereits passende Plätze für einen weiteren Versuch die Tage drauf. Bei 9° wartete ich noch knapp eine Stunde ob sich das Wetter verbessert, aber dem war leider nicht so. Ich vertrieb mir die Zeit mit surfen im Web (LTE Empfang) und einem IRN BRU, sowieso hat man überall auf der Insel perfekten Handyempfang mit vollem Speed. Die Abfahrt zurück ins Hotel fuhr ich mit offenem Verdeck und Heizung auf 30°, es kam mir bis Aguamansa kein einziges Auto entgegen und in La Orotava geriet ich zum Tagesabschluss noch in eine Verkehrskontrolle. "No hablo espanol" sorgte dafür, dass ich nach kurzem Blick auf meinen Führerschein weiterfahren durfte. Etwas verwundert über das offene Verdeck wirkte der zweite Polizist.

 



 



Für die nächsten 4 Tage stand das Motorradfahren im Mittelpunkt, morgens gegen halb 9 machte ich mich zu Fuß auf den Weg zum Vermieter, die Strecke zog sich aufgrund des Höhenunterschieds doch etwas länger als gedacht, kurz nach 9 kam ich aber an und konnte wenig später auch die ersten Kilometer auf einer Royal Enfield abspulen. Nach einem kurzen Stopp im Hotel um Jacke und Rucksack zu holen ging es aufgrund der guten Wetterprognose in Richtung Norden. Hier hat man theoretisch das regnerischste Wetter der Insel, aber das Anaga Gebirge und den Playa de Benijo sollte man wenn möglich schon mitgenommen haben. In meinem Fall hätte ich sogar jeden Tag hinfahren können, einzig im Süden regnete es für einen halben Tag während meines Aufenthalts. 

Die Tagestour war mit 210 km ausgiebig skizziert und wäre mit meiner GS problemlos möglich gewesen, auf der Continental GT allerdings merkte man direkt den Komfortunterschied und für die kommenden Tage musste ich unbedingt die Touren verkürzen.
Das Motorrad klingt wie ein Kart bzw. Aufsitzrasenmäher, die Sitzposition lässt mehr als 30 PS erwarten, aber auch die reichen aus um zu schnell zu fahren. Wie in Spanien üblich gilt max 90 km/h auf Landstraßen, 50 in Ortschaften und max 120 km/h auf der Autobahn. Landstraßen sind aber um bewohnte Gebiete auch gerne auf 60 begrenzt.



Die ersten Kilometer führten mich entlang der Küste nach Bajamar und zum Punta de Hidalgo, danach ins Anaga-Gebirge mit Abstecher in Almáciga und Benijo, wo ich bei den coolen Surfern am Strand eine Pause einlegte.


 

 




 



Vom Norden ging es zurück durchs Gebirge zum Mirador Las Teresitas oberhalb des gleichnamigen Sandstrandes der vor Jahrzehnten durch Sahara Sand überhaupt erst angelegt wurde und ein Kontrast bietet zu den sonst üblichen schwarzen Stränden der Insel. Vor dem Strand ankern unweit Frachtschiffe und eine Bohrinsel, ein sehr komisches Szenario.


 


 


 


Über Santa Cruz de Tenerife wollte ich parallel zur Autobahn TF-1 bis nach Arafo um dann die TF-523 hoch Richtung Teide zu nehmen, das stellte sich aber schnell als großer Fehler heraus. Bei 28° stand ich nämlich knapp eine Stunde im urbanen Feierabendverkehr. Für insgesamt 25 km brauchte ich somit fast 2 Stunden, eigentlich sogar noch länger wenn ich nicht einen Teil über die TF-1 abgekürzt hätte. In Arafo endlich angekommen ging es auf wunderschön kurvige 20 km den Berg hinauf. Hier kamen mir auch einige andere Motorradfahrer entgegen, wie ich später erfuhr ist dies auch DIE Motorradstrecke der Einheimischen. Leider passiert hier an schönen Wochenenden auch relativ viel. Die Temperaturen über 2000m lagen nur minimal über denen vom Abend zuvor und so war ich mit meinem Sommerhandschuhen nicht ideal ausgestattet.
Die Abfahrt nach Puerto Cruz war deutlich dynamischer als Tags zuvor mit dem Fiat, aufgrund des Staus kam ich zwar rechtzeitig vor der Dämmerung aber völlig erschöpft im Hotel an. 200 km auf der Royal Enfield sind vergleichbar mit 500 km auf der GS.



Nachts stürmte es mit Böen bis zu 130 km/h, dementsprechend sahen auch morgens die Straßen aus... Palmenblätter lagen überall rum und so verbrachte ich noch ein weiteres Stündchen im Bett des Hotels. Für den Süden war stellenweise Regen vorhergesagt, in den Norden wollte ich aber nicht gleich nochmal fahren. So wagte ich es gegen 10 Uhr in Richtung Westen zu starten. Punta de Teno wäre mein Hauptziel gewesen, aber die Strecke zum Leuchtturm ist (erneut) gesperrt Aufgrund mehrerer Hangrutschungen in der Vergangenheit. 



Doch bevor ich das erfuhr cruiste ich zuerst nach Icod de los Vinos um den ältesten Drachenbaum zu bestaunen. Sein Alter liegt zwischen 600-1000 Jahren, genau kann man das wohl nicht ermitteln. Seit 1917 steht er unter Naturschutz und ist die Hauptattraktion des Parque del Drago.
Der Weg führte mich weiter nach Garachicco und zum Faro de Buenavista del Norte, beide Ziele waren aber eher enttäuschend, da hatte ich mir durch die Bilder auf Google mehr erwartet. Ich verlor auch wenig Zeit und wollte weiter zum Mirador Punta del Fraile und besagtem Punta de Teno, die Landstraße TF-445 war/ist aber ab Buenavista del Norte gesperrt. So machte ich vorerst Rast am Playa de la Arena nahe des Buenavista Golf Clubs.
Unterwegs geriet ich noch in einen kleinen Stau, ich konnte erst gar nicht erkennen was denn der Grund ist, dann sah ich einen ca. 1,5m hohen Felsbrocken halb auf Bordstein und Straße liegen, mein Blick nach oben ließ mich ganz schnell realisieren was passiert war. KRASS! Als ich endlich am Fels vorbei fahren konnte sah ich den Rest eines weißen Kotflügels hervorschauen. DA LAG EIN AUTO DRUNTER WELCHES VÖLLIG PLATT WAR!


 


Nach der Durchschnaufpause folgte das Teno Gebirge und die Masca-Schlucht, eines meiner fahrerischen und landschaftlichen Highlights neben dem Anaga Gebirge. Tolle Landschaft, tolle Kurven, das Wetter stimmte und ich kam ganz schnell in einen Flow der nicht aufzuhören schien. Die Royal Enfield lief sehr gut und ich hatte meinen Spaß, das Grinsen unterm Helm war riesig und ich wäre gerne ewig so weiter gefahren doch nach 20 km endete der Spaß in Santiago del Teide. Kurz vor Masca machte ich einen Boxenstop in einem urigen Cafe, auch hier kam ich nur mit gebrochenem Spanisch und gestikulieren zu recht. 



 


Mein eigentlicher Plan war über Erjos zurück nach Puerto Cruz zu tuckern, aber da Punta de Teno flach fiel und ich realtiv früh dran war entschied ich mich kurzfristig um und nahm den Weg über den Teide zurück. So ganz ideal war die Entscheidung nicht, denn neben den bereits tiefen Temperaturen am Tag zuvor kam auch noch Nebel und leichter Regen hinzu. Nichts was mich wirklich nass machte trotz Motorrad-Jeans, aber klamm waren die Sachen dann doch, kalt war es natürlich auch. Die TF-38 fande ich aufgrund des schlechten Asphalts auch nicht so besonders toll zu fahren, rund um den Pico del Teide hielt sich meine Begeisterung aber auch in Grenzen. Erst ein Stop am Mirador llano de Ucanca heiterte mich wieder etwas auf. Die letzten Kilometer bis dorthin fuhr ich hinter einer Suzuki VanVan 200 hinterher, ein Biker der wie ich auch eher unpassend dem Wetter gekleidet war. Er fuhr ebenfalls zur Gesteinsformation ab und ich stellte mich auf dem Parkplatz direkt neben ihn. Man kam ins Gespräch, auf Englisch. Er, einheimischer Spanier, war den 2. Tag mit seiner neuen Suzuki unterwegs. Ich bot ihm an ein Foto von ihm und seinem Motorrad zu machen was er auch annahm. Kurz drauf hielt ein Auto neben uns, es war seine Frau und sein Kind die ihm mit dem Auto nachfuhren. Sie hatten Trinken und Essen dabei und prompt wurde ich zu einem kleinen Picknick eingeladen welches wir bei leicht einsetzendem Regen kurzerhand ins Auto verlegten. Der Niesel hielt aber nicht lange an und die Sonne kam heraus, sorgte für einen Regenbogen und für wärmere Temperaturen. Knapp eine Stunde später bedankte ich mich artig und verabschiedete mich in Richtung Hotel.



 




Bei meiner Ankunft in der Stadt war es noch hell und ich entschied mich noch eine Runde durch die Stadt zu drehen und irgendwo anzuhalten um etwas zu Abend zu essen. Mir sprang ein Italiener ins Auge der zudem Kundenparkplätze ausschilderte, da habe ich nicht lange gefackelt. Blöderweise öffnete er erst 30 Minuten später, aber ich schlenderte wartend vorbei an den naheliegenden Geschäften und Restaurants um mir die Zeit zu vertreiben. Das Warten sollte sich lohnen denn die bestellte Pizza und das Panna Cotta danach war erstklassig!



Zum Abschluss des Tages schoss ich noch ein paar Bilder vom Panorama El mirador.

 



Der Wetterbericht sagte für den kommenden Tag Sonne und Temperaturen um die 25° für den Süden voraus, also lag es auf der Hand wohin die Reise gehen würde. Da ich Abends erneut auf den Teide wollte um Sternenhimmel Fotos zu machen war ich schon bereits kurz nach Sonnenaufgang unterwegs.



Über Erjos de el Tanque lotste ich das indische Zweirad nach Acantilados de los Gigantes. Rund um Puerto de Santiago fühlte ich mich eher wie in England, an jeder Ecke finden sich Pubs, sogar Fish and Chips Restaurants und an den Häusern stehen Namen wie Miller, Jones, Hill oder Clark. Die Dominanz hat mich stark verwundert, dass Otto-Normal Touri/Auswanderer (nicht nur aus Deutschland) auch im Urlaub einheimische Gewohnheiten nicht ablegen will verwundert mich allerdings schon lange nicht mehr. Ich finde das persönlich sehr traurig, meiner Philosophie entspricht es eher das Land und die Menschen kennen zu lernen die ich besuche. Eine Reise sollte immer auch eine Bereicherung durch neue Erfahrungen sein.

“Wenn du die Speisen ablehnst, die Brauchtümer ignorierst, die Religion fürchtest und die Menschen meidest, bleibst du besser Zuhause.“ – James Michener

Die steilen Klippen Los Gigantes' sind beeindruckend, das drumherum wie gesagt ist mir zu viel Tourismus. Daher hielt es mich dort auch nicht all zu lange und die Route führte weiter entlang der Küste nach Playa San Juan zum Playa Abama. Dieser Strand liegt sehr abgelegen und ruhig am Fuße der riesigen Anlage des Abama Resort, welches sehr exklusiv aussah. Zum Strand gelangt man nur zur Fuß über eine ewig lange Treppe, per Bummelbahn die Serpentinen hinunter oder per Berg-/Talbahn, für den normalen Verkehr ist die Straße gesperrt und am Fuße in der schmalen Bucht befinden sich sowieso keine Parkplätze.


 


Adeje und Los Cristianos meidete ich als Tourihochburgen bewusst und nahm die Autobahn um schneller nach Granadilla zu kommen, wovon ich dann den Weg über Vilaflor zum Teide nehmen wollte. Vor allem der Teil der TF-21 bis Vilaflor war ein wahrer Traum, durch Baumwurzeln war der Asphalt manchmal etwas nach oben gedrückt aber im Großen und Ganzen doch super flüssig zu fahren, auch die restlichen Kilometer bis zum Boca Tauce sind sehr kurzweilig und lohnen sich in jedem Fall. Nahe Las Cañadas del Teide machte ich die letzte Pause des Tages, hier faszinierte mich die Landschaft schon Tags zuvor. So ähnlich stelle ich mir die Marsoberfläche vor.

 


Rechtzeitig zurück im Hotel zog ich mich schnell um, packte meine Fotosachen ins Auto und machte noch halt im Supermarkt und in einem Cafe um etwas zu futtern. Auf dem Weg nach oben musste ich leider feststellen, dass es nicht reichen würde vor Sonnenuntergang wieder auf dem Teide zu sein. Somit hätte ich eigentlich auch später losfahren können, denn Monduntergang war erst gegen 22:30 Uhr, ich aber schon gegen 19 Uhr oben. Zunächst ein paar Fotos mit Mond geschossen und mit einem anderen Fotografen vor Ort ins Gespräch gekommen, aufgrund meiner fehlenden Spanischkenntnisse kam aber nur ein kurzer Dialog zu Stande. Danach verkürzte ich mir die Zeit mit Podcasts bis zur fast totalen Dunkelheit.
Ich wohne in Deutschland auf dem Land und kann im Vergleich zu Menschen in den Städten Nachts schon relativ viele Sterne am Himmel erkennen. In Schottland auf Lewis & Harris konnte ich erstmals die Milchstraße mit bloßem Auge erkennen, das gleiche auch in Nordirland aber Teneriffa war nochmal eine Stufe dunkler als alles was ich bisher (nicht) gesehen habe. Einfach toll einen so prachtvollen Sternenhimmel zu bestaunen und den Verlauf der Milchstraße. Das kann jetzt wahrscheinlich nur noch die Atacama Wüste toppen... Chile ich komme! :D

 

 

 


Glücklich und zufrieden kurvte ich zurück ins Hotel und fiel gegen 1 Uhr ins Bett!

Der letzte Tag mit der Continental sollte etwas entspannter sein, daher nahm ich nach dem Frühstück erstmal die Autobahn bis El Chorrillo unter die Räder von dort dann die TF-28 die ich bereits am ersten Tag fahren wollte aber aufgrund des Staus nicht dazu kam.



Die kurvige Landstraße läuft parallel zur TF-1 und macht einen Heidenspaß, in Güímar wollte ich mir die Pyramiden anschauen aber der Preis schreckte mich ab und hätte sich für 20-30 Minuten nicht gelohnt, das nächste mal dann mit mehr Zeit. Ich fuhr die TF-28 weiter bis nach Fasnia und dann die Serpentinen hinab nach Los Roques. Hier befindet sich in einer Bucht ein weiterer schöner kleiner Strand mit herrlich türkisem Wasser. Die Häuser an selbigem wirkten ziemlich verkommen, verlieh der Örtlichkeit aber ein gewisses Etwas. Die besten Zeiten scheinen hier in der Vergangenheit zu liegen.

 

 


Zurück nach Puerto de la Cruz sauste ich erneut über Arafo wo zwischen 1000 - 1400m der Nebel ziemlich dicht hing, umso schöner war es aber drüber hinaus von wohlig warmen Sonnenstrahlen begrüßt zu werden. Oben angekommen bog ich nicht Links Richtung Teide ab, sondern nach Rechts Richtung La Laguna, zuvor in La Esperanza führte mich meine Route aber nach Ravelo zur TF-5 und zurück zum Hotel bzw. zur Rückgabe der Royal Enfield, die ohne Beanstandung von Statten ging.

 


Auf dem Fußweg vom Vermieter zurück lag der Parque Taoro in dem sich auch ein Restaurant befindet was ich nutze um hier zu Abend zu essen. Ich entschied mich für kanarisches Schwein mit Kartoffeln. Der Park ist Überbleibsel des ersten Hotels in Puerto de la Cruz und Teil des Anfangs des Tourismus auf Teneriffa.
Für Fotos gab es dann auch noch ein paar Motive, der Blick auf die Stadt lohnt sich ähnlich zum Panorama el Mirador zu jeder Tageszeit.

 



Mittlerweile waren die letzten beiden Tage angebrochen die ich eigentlich mit etwas körperlicher Bewegung und Relaxen verbringen wollte. Richtig gute Mountainbike oder eher E-Fatbike Anbieter fand ich leider keine und die Touren waren mir entweder zu anstrengend und lang oder zu leicht und kurz, nichts für einen halben Tag das mir zusagte. So entschied ich mich dafür mir die Innenstadt von San Cristóbal de La Laguna anzuschauen, angeblich ist die sehr sehenswert. Aber entweder bin ich nur durch die falschen Gassen gelaufen oder die Stadt ist gar nicht so toll wie viele meinen. Für mich war es nichts besonderes und so hielt es mich auch nicht lange vor Ort.

 

 



Auf dem Weg zum Auto suchte ich mir ein neues Ziel, dabei fiel mir Mesa del Mar ein, ein Dörfchen an der Nordküste welches nur über steile und enge Serpentinen erreichbar ist, dann aber mit einem tollen Blick und Naturschwimmbecken entschädigt. Angekommen warf ich mich in die Badehose und schwamm ein paar Bahnen im großen von Meerwasser befüllten Becken.

 


 


Den Abend ließ ich im Restaurant des Hotels bei einem richtig guten Essen inkl. Desert ausklingen. Rinderfilet mit Champignons und Bratkartoffeln garniert mit flambierten Früchten der Insel und danach karamelisierter Apfelkompott mit Zimteis. *mjam mjam mjam*

 


Am Abreisetag genoss ich für eine längere Zeit ein letztes Mal den Blick aus dem Hotelzimmer Richtung Teide und mit etwas Wehmut packte ich meinen Seesack um mich langsam auf den Weg zum Flughafen zu machen.



In knapp einer Stunde war ich am Aeropuerto de Tenerife Sur und gab meinen mittlerweile doch etwas liebgewonnen Fiat 500C bei Europcar ab. Auch hier gab es keine Beanstandungen, die Kontrolle fiel aber auch sehr salopp aus... Auto ist da und vollgetankt, passt! :)

Für den Check-In war ich etwas früh dran, so suchte ich mir ein Plätzchen im Café und Dank kostenlosem WiFi auf dem ganzen Gelände konnte ich checken was ich die letzten Tage so verpasst hatte.
Bei der Sicherheitskontrolle erkannte ein Kontrolleur meine Dayonta Motorradstiefel und fing direkt ein Gespräch an, er fährt auch und wie ich es fand, wo ich überall war und wie lange. War mir zu dem Zeitpunkt gar nicht so recht da ich nicht so recht wusste wo ich denn nun hin muss zwecks Flugzeug, aber dennoch antwortete ich auf seine Frage und verzog mich dann Richtung Tafel mit den Abflugzeiten. Auf dem Rückflug flogen wir über Paris bei Nacht was wirklich toll aussah, leider machte das Handy keine brauchbaren Fotos davon und die DSLR wollte ich nicht extra aus der Tasche kramen.

Teneriffa hat viel Spaß gemacht und war eine tolle Abwechslung zum Herbst/Winter in Deutschland. Ich denke das war nicht der letzte Flug auf die Kanaren in Dezember oder Januar. Für eine richtige Reise war es mir aus genannten Gründen zu wenig, da müsste man ggf. vorher mal recherchieren wo wenig Pauschaltouristen unterwegs sind aber um Sonne im tristen Herbst-/Winteralltag zu tanken keine schlechte Idee. An Strecken gibt es noch einiges was ich nicht gefahren bin und Anaga, Teno, Arafo und Vilaflor gehen immer. Das waren meine fahrerischen Highlights der Insel.

Das nächste mal dann mit einem herkömmlichen Motorrad, Leistung habe ich erstaunlicherweise relativ selten vermisst, Komfort allerdings jeden Tag gegen Ende der Tour. Die rund 700-750 km in 4 Tagen waren mit der Royal Enfield Continental GT nicht ohne, dennoch könnte ich mir durchaus vorstellen dieses Motorrad öfter zu fahren.
Das Motorrad lief völlig problemlos, die Gasannahme im 2. Gang ist etwas ruppig was durchaus dafür sorgen kann, dass man die Linie verhaut wenn man nicht drauf achtet. Auf dem Bremssattel steht zwar brembo, aber bissig kann man sie nicht wirklich nennen, man muss schon ordentlich zupacken um die 190kg zu verzögern, dann klappt das allerdings doch ganz annehmbar. Die Hinterradbremse ist im Vergleich dazu sehr gut aber ohne die Gefahr das Motorrad zu überbremsen, lässt sich gut dosieren. Hält man die Royal Enfield in Schwung kann man damit prima durch die Kurven cruisen, die Sport Demon von Pirelli vermittelten auch zu jeder Zeit genug Vertrauen. Sicher kein perfektes Motorrad, für die 4 Tage zu der Eindrücken der Insel aber eine interessante Erfahrung!