Sonntag, 4. September 2016

Ein Wochenende in den Vogesen

Mit leichten Rückenschmerzen in der Badewanne liegend schreibe ich diese Zeilen. Ich bin zurück von einer Vogesen Tour, seit langem geplant musste ich sie immer wieder verschieben, nach der Tour in die Rätischen Alpen stand für mich aber fest... Anfang September geht es ins französische Mittelgebirge links vom Rhein, das eigentlich unweit meiner Haustür liegt. Anfänglich über 2,5 Tage geplant... also Freitags früher Feierabend und ab gen Süden ergab sich kurzfristig ein ganzer Tag Urlaub. Als dann noch ein paar befreundete Motorradfahrer fragten wer denn im September noch einmal Lust zum campen hätte schlug ich einfach das in Frankreich nordöstlich gelegene Gebirge rund um den Col de la Schlucht vor und siehe da, prompt waren 7 Leute mit an Board.


Am 2. September sollte es also losgehen, aber der nERDANZIEHUNG lag seit Donnerstag Abend bis Nachmittags im Bett mit einer Magenverstimmung, ein Tag Urlaub für die Katz. Einem weiteren Teilnehmer fiel der Endtopf seines Motorrades auf der Anfahrt auseinander, immerhin schafften es die anderen 5 zum Campingplatz am Lac de Longemer.
Am Samstag Morgen ging es mir noch nicht zu 100% wieder gut, aber ich wollte die Vogesen nicht schon wieder aufschieben. Also Motorrad gepackt, Route ins Navi geladen und ab gings... aber halt, bevor ich über die Grenze nach Frankreich machte, stoppte ich noch bei meinem nächstgelegenen Honda Händler, ich wollte nach 2mal Africa Twin mit DCT nun auch endlich die Honda mit Schaltgetriebe fahren.
Ich machs kurz (ausführlicher vielleicht demnächst im MotoVlog), das Schaltgetriebe sagt mir mehr zu, wie auch der Preis und das Handling und so spielte ich bis zu den ersten richtigen Kurven im Kopf durch ob die Africa Twin alsbald mein nächstes Motorrad werden könnte. Finale Preise für die kommende Euro 4 Africa Twin kommen leider erst zur Intermot in einem Monat, dann schau ich mir das ganze noch einmal genauer an. Wollte eigentlich nicht mehr zurück zur Kette und das ESA der BMW habe ich auch lieben gelernt, aber der Hinterreifen ist abgefahren und der Tank fast leer... die Gelegenheit wäre also günstig ;)

 

Der Einstieg ins Kurvenparadies war bei Saverne Richtung Wangenbourg-Engenthal, kurz davor aber rechts ab nach Dabo und bei Abreschviller wieder nach Süden zum Le Donon.

 

 

Es folgte Schirmeck und das KZ Natzweiler-Struthof, danach weiter zum Champ du Feu und Col de Charbonniere.

 

Über den Col de Steige, Col D' Urbeis und Raves näherte ich mich Xonrupt-Longemer an, aber statt den direkten Weg zu nehmen nahm ich die nördlich verlaufenden Straßen über den Col du Surceneux und Le Collet.

 

 

Gegen 17:30 Uhr traf ich am Zeltplatz ein, aber meine Mitcamper waren noch unterwegs, bzw. einer leider schon wieder Zuhause um noch etwas von Wochenende und Frau zu haben. Nach leichten Problemen mit der Verständigung begann ich mein Zelt aufzubauen, glücklicherweise musste ich mich nicht noch um Essen und Trinken kümmern, das haben die anderen übernommen und für das schnelle Panache hielt die angeschlossene Gaststätte her.


Langsam trudelten die vier übrigen ein und nach einer herzlichen Begrüßung ließ man sich zu einem Staubbier nieder um die Eindrücke des Tages setzen zu lassen.
Nachdem mein Zelt eingerichtet war gingen wir zum Essen über... Wir durften unsere 2 Einweggrills etwas Abseits des Platzes anzündeln die wird dann standesgemäß mit Merguez und Camembert belegten, Bratwürste und Feta kamen auch noch dazu und als Beilage natürlich Baguette.
Mich wunderte etwas, dass niemand Camembert vom Grill kannte... aber das französische Käsefondue kam ganz gut an und schmeckte zusammen mit den Merguez super lecker!
Obwohl wir am Rande des Geländes saßen bekamen wir die volle Dröhnung der Party ab, ein DJ sorgte inkl. Nebelmaschine und Laser-/Lichtanlage für... Zumindest mal Lärm. Neben ein paar netten Rock n Roll Hits war es aber hauptsächlich "5 Promille Musik" und zu allem Überfluss sprach er alle paar Sekunden in die Lieder.
Der vorher konsumierte Alkohol und die nette Gesellschaft machte es für mich etwas erträglicher und gegen 23 Uhr war der Spaß auch weitgehend vorüber.
Wir krochen dann auch langsam in unsere Betten. Ein Beziehungsstreit auf französisch irgendwo aus den Nachbarzelten störte noch etwas die Nachtruhe, aber immerhin entschuldigten sich die Beiden am Morgen.


 

Gegen kurz vor 7 klingelte mein Wecker, aber es dauerte noch ca. 20 Minuten bis ich mich aus dem Schlafsack und Zelt begab, erstmal eine Dusche zum wach werden und da meine Mitcamper am Tag zuvor auch noch an das Frühstück für heute gedacht haben folgte als Start in den Tag eine ausgiebige Vesper.


Gegen 10 Uhr rum waren all unsere Zelte abgebaut, die ersten beiden schon auf der Jagd nach Passknacker Punkten und auch wir endlich auf der Straße in Richtung Col de la Schlucht wo sich unsere Wege trennten. Die Route des Cretes brachte mich zum Lac Blanc auf genau 1000m. Es folgten Tausend Kurven über Col du Bonhomme, Col du Pre de Raves und Col Des Bagenelles und die Tankanzeige machte sich irgendwann bemerkbar... die Suche nach einer Tankstelle stellte sich aber als gar nicht so leicht heraus. In einem kleinen Dorf names Freland stand eine Zapfsäule, daneben ein Autofahrer der einen Kanister füllte, die Tanke müsste also auf haben. Nach einem Wendemanöver fuhr ich zur Säule, klickte den Tankrucksack vom Einfüllstutzen und blickte verduzt auf die Gegebenheiten. Ich hatte einen Kartenzahlautomaten erwartet, aber da war nichts... kein offener Laden mit Kasse, keine Möglichkeit eine Karte einzuführen und keine Möglichkeit das Ding mit Bargeld zu füttern. Nach 5-10 Minuten zweifelte ich an mir selbst und fuhr weiter, die Reserve zeigte derweil noch 70 km an.




Glücklicherweise befand sich auf der anderen Seite des Col de Freland das Städtchen Sainte-Marie-Aux-Mines mit einer Total Tankstelle und einem äußerst günstigen Tarif für Super95-E10 von 1,23€/L.

Mit dem Col de Fouchy und Col du Kreuzberg sank nicht nur das Höhenniveau, auch die Tour neigte sich langsam dem Ende entgegen und nach dem Mont Sainte-Odile nahm auch leider die Kurvigkeit ab, die restlichen knapp 150 km waren dann eher langweiliges cruisen. 

 

Alles in allem haben sich die Vogesen aber wieder mal gelohnt und mein Plan, einmal im Jahr dort ein paar Kilometer abzuspulen, hat doch noch geklappt. Leider etwas verkürzt und ohne südliche Vogesen, aber die sind dann halt wieder im nächsten Jahr dran!



Donnerstag, 18. August 2016

[UPDATE] Planung für Norwegen 2017

Wir haben zwar erst Mitte August 2016 aber für meinen Schottland Urlaub hatte ich auch knapp 1 Jahr vorher mit der Planung begonnen, was ich wie schon öfter erwähnt auch ganz gerne mache. Einige Dinge habe ich auch schon recherchiert, für andere Dinge wäre aber Feedback von Reisenden die selbst vor Ort waren ganz hilfreich.


Geplant sind 3 Wochen (21-22 Tage), ich werde natürlich mit dem Motorrad unterwegs sein und mindestens Schlafsack und Isomatratze dabei haben, wenn noch Platz ist dann nehme ich auch mein 2 Personen Zelt mit. Primäre Übernachtung hatte ich aber in Campinghütten vor. Wie einfach sind die denn zu finden für eine (bzw. 1-2, sollte halt bezahlbar sein) Person? Gibt es sowas auf jedem Campingplatz, oder sind da überwiegend nur größere Hütten für 4 und mehr Personen?

Als Reisezeit habe ich mir den Juni ausgesucht, so dass die letzten Tage sich mit den Sommerferien in Norwegen überschneiden. In Deutschland haben dann die meisten Bundesländer noch keine Sommerferien was hoffentlich Stress bei der Heimreise verhindert. Ich könnte mir auch vorstellen Mitte Mai schon zu fahren, aber bin mir da nicht sicher wie kalt es da noch sein kann. Am Nationalfeiertag (17. Mai) in Oslo zu sein wäre sicher auch eine schöne Erfahrung.

Ich komme aus Rheinland-Pfalz, also ziemlich weit im Süden was bedeutet bis nach Oslo sind es schon knapp 1500 km, was wohl mindestens 2 Tage auf der Autobahn kostet. Darauf habe ich ehrlich gesagt nicht so wirklich Lust, das gleiche gilt ja dann auch für die Rückfahrt, wenn da jemand eine Alternative für die An-/Abreise kennt, Zug, Spedition, Transport, Fähre, ... wäre ich echt dankbar über jeden Hinweis. Habe auch schon überlegt mir einen Transporter zu mieten und wenigstens damit bis Hamburg/Kiel zu fahren.

Was sind denn POIs die man unbedingt gesehen haben muss? Ich plane auch die Wanderschuhe einzupacken, 2-4h wandern sollten also auch mal drin sein wenn es sich lohnt. Es muss nicht alles direkt mit dem Motorrad erreichbar sein. Auch zu leichten bis mittleren Offroad Strecken würde ich nicht nein sagen. Aktuell steht auf meiner Liste Lysevegen, Hoddevik, Trollstigen, Rampestreken, Besseggen, Mo I Rana, Lofoten und Vesteralen. Aber ich stehe auch noch ganz am Anfang... das sind hauptsächlich die Punkte weshalb ich überhaupt die Reise nach Norwegen plane.
Nordkap wäre auch ganz nett, einfach um mal dagewesen zu sein, aber ist jetzt kein Muss, liegt ja alleine von den Lofoten nochmal knapp 1000 km entfernt. Würde auch gerne an einer "Walsafari" teilnehmen, aber da muss ich mal schauen wie da im Mai/Juni die Chancen stehen auch wirklich Wale zu sehen.

Ab Trondheim Richtung Nordosten werde ich laut ersten Planungen wohl die meisten Kilometer auf der E6 fahren, bekommt man da auch etwas fürs Auge geboten oder sollte ich die E6 meiden wo es nur geht weil es stur und monoton geradeaus geht?
Gleichzeitig ist die Rückreise auch noch nicht so recht geplant. Zuerst wollte ich über Finnland und das Baltikum zurück, aber das wären dann 10tkm in 3 Wochen, vielleicht doch etwas engagiert. Wenn ich jetzt aber die E6 Richtung Lofoten nehme, würde ich ungern auch die E6 wieder zurück fahren, daher die Überlegung ein Teil der Rückfahrt durch Schweden. Vielleicht bis Ostersund und dann zurück nach Norwegen über Lillehammer nach Oslo. Aber mit Schweden habe ich mich noch null befasst, lohnen sich denn die Provinzen Jämtlands län und Västerbottens län für eine Durchreise oder doch besser wieder über die E6 zurück durch Norwegen?

Gibt es irgendwelche Dinge zu beachten an die man vielleicht nicht denkt? Als Einreisedokumente sollte dank EU ja nur der Personalausweis nötig sein. Funktionieren Maestro Karten zuverlässig, oder sollte ich doch lieber auf meine VISA setzen? Der ADAC arbeitet dort mit 2 Partnerclubs zusammen, im Falle eines Zwischenfalls sollte das also auch problemlos von statten gehen.

Freue mich über jeden Input!


[UPDATE]
Schon mal Danke für alle Hinweise, Tipps, Empfehlungen die bisher reingekommen sind. Habe gestern angefangen mal ganz grob die Route zu planen um zu sehen was möglich ist, welche Kosten auf mich zukommen usw. Habe dabei recht schnell festgestellt, dass für den Rahmen den ich mir gesteckt habe alles nördlich von Trondheim einfach nicht möglich ist ohne das es in Stress ausartet und das will ich einfach nicht. Daher beschränkt sich der Urlaub im nächsten Jahr auf den südwestlichen Teil Norwegens.


Dienstag, 26. Juli 2016

Kurzausflug in die Rätischen Alpen

Für viele ist ein Kurzausflug in die Rätischen Alpen wohl kaum eine Erwähnung wert weil sie ziemlich nah wohnen oder aber einen längeren Trip draus machen und sich die volle Breitseite Zentralalpen geben. Bei mir war dieses Jahr leider nicht mehr drin, dennoch wollte ich mir trotz 1100 km An- & Abreise die von einem Bekannten organisierte Tour inkl. Gesellschaft befreundeter Motorradfahrer nicht entgehen lassen. Mit Teilen der Gruppe war ich schon mehrfach unterwegs z.B. zu letzt auf der Stella Alpina, aber auch schon in den Ardennen, der fränkischen Schweiz, in den Vogesen und auch beim Touratech Travel Event. Man kennt sich, man mag sich und man tickt irgendwie ähnlich... gute Voraussetzungen für ein tolles Wochenende... eigentlich egal wo.


Geplant war die Tour schon relativ früh am Anfang des Jahres und vielleicht habe ich auch etwas blauäugig zugesagt und mir um die Anreise gar keine Gedanken gemacht, aber bei meiner Gardasee Tour vor ein paar Jahren hatte ich auch Davos an einem Tag geschafft, also wieso nicht auch jetzt.
Glücklicherweise ergab sich noch die Möglichkeit zumindest bei der Anreise einen Zwischenstopp auf halbem Wege einzulegen, dafür möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken. Ich wurde sehr verwöhnt und Abends verquatschten wir uns im Garten, solche Abende mag ich ja sehr :).

 


Nachdem ich Donnerstag Nachmittags die halbe Distanz, bis Offenburg/Gegenbach, zurück gelegt hatte ging es Freitags über Villingen-Schwenningen, den Bodensee in die Schweiz über Will nach Liechtenstein und dann wieder zurück in die Schweiz nach Davos, wo am Abend die JuHe mein Ziel war. Mautstraßen und Autobahnen hatte ich bewusst außen vor und konnte so prima die Landschaft genießen. Zuerst wollte ich die Insel Mainau besuchen da ich mich daran noch ganz dunkel erinnern kann als ich als Kind das letzte mal dort war, wusste aber nicht das ein Eintritt von 19 Euro verlangt wird, das war mir für eine einstündige Pause dann doch etwas viel, so suchte ich mir erstmal einen Platz am Ufer des Sees und legte meine Frühstückspause ein.

 

Weiter ging es nach Konstanz wo ich mir die Imperia, den Hafen und den Stadtgarten anschauen wollte, die Hitze machte das ganze aber leider etwas unangenehm und so entschied ich mich lieber wieder schneller auf das Motorrad zu steigen und mich vom Fahrtwind kühlen zu lassen. Beim Grenzübertritt wurde ich sogar raus gewunken und grob kontrolliert, naja die machen ja auch nur ihren Job.


In der Schweiz wäre ich dann beinahe ohne Vignette auf die Autobahn gefahren, im Kreisel habe ich dann aber in letzter Sekunde gemerkt, dass ich dabei bin einen Fehler zu begehen, also noch mal eine Ehrenrunde und dann doch noch die richtige Ausfahrt erwischt. Die Route führte dann von Kreuzlingen entlang der 16 nach Wil und Wattwil wo ich die sich zuziehenden Wolken bemerkte und kurz darauf später auch schon die ersten Tropfen auf dem Visier hatte. Schnell rechts ran und eine Bushaltestelle gekapert um die Regenkombi anzuziehen und gedacht "Petrus, du kannst mir gar nichts!". Als nur wenige Kilometer weiter bei Ebnat-Kappel der Blitz unweit im Feld neben mir einschlug wurde ich Gedanklich etwas kleinlauter und nahm die nächste Unterstellmöglichkeit die sich gegenüber der Gastwirtschaft Sennhof befand. Ich ging von einem kurzen Schauer aus und blieb erstmal weitgehend geschützt neben meinem Kälbchen stehen, aber der Regen wurde immer heftiger und binnen Minuten stand das Wasser Zentimeter hoch auf der Straße. Ich beschloss dann erstmal eine längere Pause zu machen und im Gasthof etwas zu trinken, aber schon die Straßenüberquerung sorgte dafür, dass ich komplett durchnässt war.

 

Meine erste Lektion in Sachen Schweiz bekam ich direkt drauf, beim Bestellen eines "Spezi" (in Deutschland allgemein der Begriff für ein Getränk das in etwa zu je einer Hälfte Cola und Orangenlimo besteht), als der Wirt das Bierglas ansetzte konnte ich grade noch rechtzeitig intervenieren. Da die "Spezi" Erklärung nicht fruchtete bestellt ich eine Cola, welche ich dann auch kurz darauf gebraucht bekam, inklusive der aktuellen Zeitungen und Zeitschriften des Tages. Immerhin habe ich so erfahren, dass sich Stefanie Heinzmann auch ein Motorrad kaufen will, eine Yamaha SR 400 und dadurch steigt sie nur noch höher in meiner Gunst, fand sie bisher schon seeeeehr sympatisch.


ca. eine halbe Stunde später war das Gewitter verzogen und der Regen ließ wieder auf normales Niveau nach , welches eine Weiterfahrt möglich machte. Meine Portion Gossip für dieses Jahr war nun auch gedeckt und beim bezahlen lernte ich direkt die 2. Lektion des Tages... ich war im Laufe des Tages noch nicht dazu gekommen ein paar Franken von der Bank abzuheben, glücklicherweise nahm der Betreiber der Gaststätte nach kurzem Erklären dann auch Euro. Hatte wirklich nicht dran gedacht.

Mein Weg folgte weiter der Landstraße 16 Richtung Liechtenstein und langsam aber sicher ließ der Regen auch wieder nach, beim Tankstopp im kleinen Fürstentum konnte ich dann auch wieder die Regenklamotten im Koffer verstauen.
Ich bin ja immer wieder gefesselt von der Straßenführung von Wildhaus entlang des Simmi nach Gams und dem sich dann öffnenden Blick auf die Alpenrheinebene und den Rätikon im Hintergrund.

 


Über den Lutzisteigpass und die alte Militäreinrichtung ging es weiter nach Maienfeld, ein Ort der bekannt ist für seinen Weinanbau und im speziellen für seinen Blauburgunder. Aber dank Johanna Spyri auch als fiktive Heimat von Heidi und ihrem Großvater.

 

Die letzten Kilometer führten mich durch das Prättigau nach Davos, wo ich etwas später als geplant in die JuHe einchecken konnte und dann mit den ersten Ankömmlingen bei Staubbier und Burger den Tag setzen lassen konnte bevor wir dann am späteren Abend endlich alle zusammentrafen.


 

 


Am Samstag Morgen machten wir uns recht zeitig nach dem Frühstück auf Pässejagd, für die sehr BMW lastige Gruppe mit 2x R 1200 GS LC, R 1200 GSA LC, R nineT, F 800 GS, F 800 ST, F 650 GS immerhin auch eine Honda Hornet stand ein 350 km Hardcore Programm auf dem Speiseplan. Wir verließen Davos Richtung Flüelapass um dann den Ofen- und Umbrailpass Richtung Stilfser Joch unter die Räder zu nehmen. Ein einziges hoch und runter inkl. Kurvengeschlängel, ein wahres Paradies und dank relativ verhaltenem Wetter und früher Uhrzeit hielt sich der Verkehr auch noch sehr in Grenzen.

 

 

 

 

 

Auf dem Umbrailpass entschieden sich 3 von uns, darunter auch ich, die Nordrampe des Stilfser Joch zumindest ein paar km hinab und wieder hoch zu wedeln während der Rest der Gruppe schon mal auf dem Pass ein Kaffee schlürfte. Der Verkehr nahm deutlich zu und neben Busse und Autos mit Caravan waren auch Traktoren und eine Piaggio Ape fahrende Hindernisse auf dem Weg nach oben, von einem speziellen Ducati Piloten will ich hier erst gar nicht anfangen. Hinzu gesellte sich dichter Nebel, der das ganze ebenfalls nicht unbedingt erleichterte.
Oben angekommen gesellten wir uns zu den anderen und tankten kurz in Form von Kaffee und Cola ebenfalls wieder auf, für uns fiel aber natürlich die Pause etwas kleiner aus.


 

Die Südrampe des 2757m hohen Stilfser Joch führte uns bei einsetzendem Regen nach Bormio und danach auch gleich wieder auf den 2652m hohen Gaviapass, der mich bereits bei meiner Alpen Tour 2010 total überwältigt hat. Im Regen kam leider nicht mehr das gleiche Gefühl auf wie damals, aber spektakulär finde ich ihn auch weiterhin, leider kann da die Passhöhe gar nicht mithalten... die wirkt leider sehr trostlos.

 



In Ponte die Legno bogen wir gen Westen Richtung Edolo und machten bei etwa halber Tagesdistanz einen Tankpause inkl. Picknick. Als nächstes folgte mir ein bis dato gänzlich unbekannte Pass, der Passo del Mortirolo. Wir blieben dann Richtung Westen erstmal auf der Höhenstraße die einiges fürs Auge bot und verdammt viel Spaß machte, was auch etwas am nachlassenden und aufhörenden Regen lag. Nach kurzem Verfahrer in Villa di Tirana und kurzer Begegnung mit der Rätischen Eisenbahn in Le Prese folgten auch schon die nächste Pässe oberhalb der 2000m. Mit Bernina Pass und Albulapass, die wir mit nun fast trockenen Straßen auch wieder mit ordentlich Schräglage genießen konnten, endete langsam aber sicher unsere Tour wieder in Davos wo in der JuHe schon das Abendessen auf uns wartete.

 

 

Bei Pasta und verschiedenen Soßen konnte man die am Tage verbrauchte Energie wieder aufladen und nach einer kleinen Davos Rundfahrt ließ ich bei Grappa und Rotwein den erschöpfenden Tag im dunkler werdenden Davos mit meinen Mitfahrerinnen und Mitfahrern ausklingen. All zu lange hielt es keinen von uns wach, dafür war der Tag zu lang und für den Sonntag stand natürlich für alle die Rückreise an. Auch für mich, diesmal aber leider ohne Übernachtung und so warteten 550 km, überwiegend per Landstraße auf mich.

 


 

Mein Heimweg folgte bis Liechtenstein der gleichen Route wie der des Hinwegs, ab da fuhr ich dann allerdings nicht mehr Richtung Konstanz sondern durch Österreich über Feldkirch bis Bregenz und dort über die Grenze nach Lindau.


Ich folgte etwas der Straße am Ufer des Bodensees und entschloss mich kurzfristig für einen Halt auf der Insel Lindau. Über Tettnang, Ravensburg schlängelte ich mich bis Lichtenstein bei Reutlingen so durch die Schwäbische Alb und entschied mich dort spontan für eine gepflegte Mittagspause. 270 km waren geschafft und zur Belohnung gab es einen Mega-Dönerteller der dafür sorgte, dass ich erstmal überhaupt nicht mehr weiterfahren wollte.



 

Nach kurzer Verdauungspause ging es dann natürlich trotzdem weiter, bei Filderstadt dann kurz auf die A8, aber aufgrund von Stau auch Ruck Zuck wieder zurück auf die Landstraße und parallel zu A8 und A6 dann endgültig Heim in die Badewanne.

Ein sehr intensives und tolles Wochenende was nicht nur an den tollen Eindrücken der Landschaft und der tollen Route lag, sondern auch an den Personen die das ganze perfekt abrundeten.

Fazit: Popo Aua, nERDANZIEHUNG glücklich!